

Mitteldeutsche Zeitung / Zeitzer Zeitung vom 09.07.2009
Wandlung vom Verwalter zum Dienstleister mit Fee
Wohnungsbaugesellschaft investiert dieses Jahr mehr als vier Millionen Euro
von Redakteur TORSTEN GERBANK
Die Zeitzer Wohnungsbaugesellschaft (WBG) hat ihr Image gewandelt: "Wir waren früher ein Verwalter städtischer Wohnungen mit zugeteiltem Mangel. Heute sind wir ein kommunaler Dienstleister, der im Wettstreit mit den Mitbewerbern erfolgreich besteht." Das sagte am Mittwoch WBG-Geschäftsführer Jörg Stolper.
Diese Wandlung solle nun noch besser nach außen transportiert werden, mit neuem Firmenlogo und mit einer WBG-Fee.
Sie soll beim Mieterfest im August vorgestellt werden.
1990 hatte das städtische Unternehmen rund 10 000 Wohnungen im Bestand. Die Hälfte davon war mit Rückführungsansprüchen belastet gewesen und ist zurückgeführt worden. Damit sank der Bestand auf etwa 4 600 Wohnungen im Jahr 2001. "1 603 waren irgendwie saniert", sagt Stolper. Damals standen 364 Einzügen 595 Auszüge gegenüber.
Jetzt spricht Stolper von einem Wohnungsbestand von 3 277. 545 Wohnungen sind voll- und knapp 2 000 teilsaniert. Insgesamt 739 Wohnungen sollen abgerissen oder verkauft werden.
Mit 301 zu 338 hat sich nach den Worten des Geschäftsführers 2008 das Verhältnis von Einzügen und Auszügen weiter deutlich verbessert. Ziel sei es, die Zahlen so weit wie möglich anzugleichen und den Wohnungsbestand auf 2 600 zu verringern. "Diese sollen alle in Ordnung sein", sagt Stolper und weiter: "Wir wollen die Marktführerschaft in Zeitz mit einem gesunden Wohnungsbestand."
Die WBG sei in Zeitz der einzige Anbieter, der Altbau, Neubau und Plattenbau in fast allen Stadtlagen anbiete. "Wir haben individuelle Lösungen, für junge Menschen, für Familien und für Senioren", so Stolper.
Beispiel für letzteres sei das Haus 15 in der Schützenstraße. Das Gebäude, 100 Jahre alt, wird saniert und beherbergt künftig 18 Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen, die behindertengerecht sind. Die ersten Mieter sollen am 1. August einziehen. Stolper spricht von einer Investitionssumme von rund 1,2 Millionen Euro. "Das Geld bleibt zu ganz großen Teilen in Zeitz und der Region."
Während das Unternehmen in den vergangenen beiden Jahren rund zwölf Millionen Euro investiert hat, sollen dieses Jahr 4,2 Millionen Euro fließen. Ein guter Teil davon auch in das Hochhaus in der Käthe-Niederkirchner-Straße, das längst "Haus Zeitz-Blick" heißt.
In Abstimmung mit der Stadtverwaltung will die WBG in Zukunft weitere Häuser im Zentrum sanieren. Wie im Haus in der Schützenstraße solle es auch dort eine Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt geben, um den Bewohner die Möglichkeit von Betreuung zu bieten. Damit solle Vereinsamung vorgebeugt und eigenständiges Wohnen auch im hohen Alter ermöglicht werden.
Quelle: Mitteldeutsche Zeitung / Zeitzer Zeitung
Foto: Corina Wujtschik




